Besuch der SharePoint Conference 2011

Microsoft hat auch dieses Jahr wieder zur SharePoint Conference eingeladen. Dieses Mal ins schöne Los Angeles bzw. ins Anaheim Convention Centre nahe Disneyland. Und ich durfte dabei sein als einer von 7500 Teilnehmern, denen 240 Sessions an 4 Tagen geboten wurden.

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Los ging es am Montag mit der Keynote, auf der beeindruckende Zahlen aus der Vertriebs- und Marketingabteilung präsentiert wurden: 65000 Unternehmen haben SharePoint lizenziert, 700 000 Entwickler arbeiten weltweit mit SharePoint und es soll 1162 Bücher zum Thema geben. Wow, dachte man und wartete auf Informationen zur nächsten Version, die dann leider nicht geliefert wurden.
Stattdessen wurde eine Serverfarm mit 80 Cores und 5 Webfrontend-Servern präsentiert, auf der 7500 gleichzeitige Benutzer simuliert wurden und deren Suche aus 100 Mio. Items in 0.3 Sekunden ein Ergebnis zurücklieferte. Uff! Die Zuhörer waren beeindruckt. Und als die Farm einen kompletten Failover des SQL-Clusters in in 40 Sekunden auffing, gingen die meisten wohl in sich und fragten sich, wie ob ein solcher Vorfall in ihrer Umgebung auch so geräuschlos aufgefangen worden wäre.

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In den folgenden Tagen hörte ich mir Sessions zu Themen wie “We’re Going two-way Baby!” How Vancity Took its Intranet From Static to Social”, “Best Practices from the Field: Managing Corporate Metadata and Taxonomies with SharePoint 2010″, “InfoPath 2010 – Best Practices for Design and Performance”, “The Inside Scoop: How Microsoft IT Enables Information Discovery with Managed Metadata” und “More Than My: How Microsoft is Driving Social Adoption and Intranet Transformation”.

Insgesamt waren die Vorträge sehr gut. Selbstverständlich konnte man auch weniger gute erwischen, aber durch die Fülle des Angebots sass man schnell im nächsten Saal und konnte dem nächsten Redner lauschen. Im Vergleich zu anderen Konferenzen waren auch die Vorträge sehr rar, in denen es darum ging, Produkte aus dem “Ökosystem” von SharePoint zu vermakten. Stattdessen waren die “SharePoint Grössen” z. B. von SharePoint911 mit Vorträgen vor Ort, die man daran erkannte (sofern man sie nicht kannte), dass sie für lange Schlangen sorgten, wenn sie in den Pausen ihr Buch signierten (ob es an den kostenlosen Büchern oder der Berühmtheit der Autoren lag, kann nicht sicher gesagt werden).

Für mich persönlich waren u.a. die Vorträge über die Praktiken von Microsoft intern sehr wertvoll, in denen sie zeigten, wie z.B. die MySite, die persönliche Seite eines jeden Mitarbeiters zum zentralen Werkzeug wird, indem alle wichtigen Informationen dort für den Mitarbeiter aggregiert werden. Das gesamte Konzept basiert auf dem konsequenten Einsatz von Metadaten und Taxonomien, die teils automatisiert vergeben werden, damit z.B. Änderungen an Dokumenten direkt als Nachricht im News-Feed eines Profils auftauchen. Zusätzlich setzt Microsoft auf internes Microblogging, da sich der Einsatz von Twitter durch die Mitarbeiter teilweise als fahrlässig herausgestellt hat, wenn Interna von Firmen-Events öffentlich sichtbar wurden.
Microsoft setzt intern neben dem globalen Intranet unter anderem auf eine Wissensplattform namens Infopedia, in der sie Themenseiten aufschalten, die grösstenteils suchbasiert Informationen aggregieren.

Zum Thema “Search-driven applications” hörte ich einen sehr interessanten Vortrag von Scot Hillier, der unterhaltsam und kurzweilig darüber referierte, wie einfach Navigations- und Inhaltselemente erstellt werden können, die auf der SharePoint Suche basieren. Solche suchbasierten Elemente können z.B. eingesetzt werden, wenn ein Seiten-übergreifendes Navigationselement zum Navigieren zwischen einzelnen Abteilungsintranets benötigt wird, oder dem Benutzer alle ihm zugeordneten Aufgaben aus den einzelnen Projektseiten dargestellt werden sollen und die Informationen in unterschiedlichen Site Collections verteilt sind. Vor allem die Einfachheit der Lösungen und ihr Ansatz überzeugten.

Weiterhin möchte ich die Session von Dan Holme über Change Management hervorheben, der pointiert darüber referierte, wie SharePoint am Besten in ein Unternehmen eingeführt werden sollte. Wer einmal die Möglichkeit bekommt, Dan zu hören, sollte diese Möglichkeit nutzen.

Fazit: die SharePoint Conference 2011 war grösstenteils sehr spannend und Microsoft hat sich alle Mühe gegeben, die Teilnehmer zu unterhalten und für ihr Vergnügen zu sorgen. Der nahegelegene Disneypark und die Abendveranstaltungen haben hier ihren Beitrag geleistet. Vielen Dank Namics, dass ich die Möglichkeit hatte, an der Veranstaltung teilzunehmen!

SharePoint 2010 Service Pack 1 – Strategien

Falls Sie planen, das Service Pack 1 für SharePoint 2010 in Ihrer produktiven Umgebung zu installieren, sollten vorher mindestens folgende Überlegungen durchgeführt werden:

  • Wie gross darf die Downtime der Farm maximal sein?
  • Wie stelle ich bei einem Fehler den Rollback-Prozess sicher?

Abhängig von diesen und weiteren Überlegungen ergibt sich eine Strategie für den Updateprozess:

  1. In-place upgrade ohne Rollback
    Es werden alle Server aktualisiert, die Downtime ist hier am grössten.
  2. In-place upgrade mit Rollback
    Es werden alle Server aktualisiert unter Berücksichtigung des NLB, wobei die Downtime geringer ist.
  3. Database Attach
    Die Downtime ist am geringsten, da eine parallele Farm mit SP1 aufgebaut wird und danach die Content Datenbanken “migriert”  werden.
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Abhängig von der Strategie ergibt sich dann eine genaue Abfolge der benötigten Schritte, um Service Pack 1 zu installieren. Der gesamte Updateprozess ist am Ende dennoch nicht ganz so schnell erledigt, es müssen neben der Strategie vor allem elementare Dinge wie Dokumentation oder Testing berücksichtigt werden:

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Fazit

Die ersten Updates liefen erfolgreich. Microsoft hat Verbesserungen in den Prozess eingebracht und ausreichend Dokumentationen zur Verfügung gestellt, um diesen erfolgreich durchzuführen.

SharePoint 2010 Service Pack 1 Ready

Auf Ende Juni wurde es angekündigt und heute Morgen lese ich, es ist wirklich da….
Service Pack 1 steht nun zur Verfügung.

Hier die offizielle Info:
http://sharepoint.microsoft.com/blog/Pages/BlogPost.aspx?pID=984

Welches sind die wichtigsten Neuerungen?
- Google Chrome wird unterstützt
- Site Recycle bin: Sites & Site Collections landen jetzt auch zuerst im Recycle bin
- Shallow Copy: Migrationsszenarien für Sites mit Remote Blog Storage
- StorMan.aspx ist zurück.

Hier noch ein Whitepaper mit genaueren Infos:
SharePoint 2010 SP1

Der erste Tag auf der ShareConf in Düsseldorf

Düsseldorf ist immer eine Reise wert, dachte ich mir gestern vormittag und nahm spontan und mit dem nötigen Segen den Zug zur ShareConf, der SharePoint Konferenz “von Spezialisten für Spezialisten”.

“Wir kollaborieren nicht”
Los ging es mit der Eröffnung durch Herrn Prof. Prinz vom Fraunhofer IT, der über Kooperationssysteme im Web 2.0 referierte. Der Streifzug führte die Teilnehmer in das erste Kooperationssystem des Fraunhofer Instituts ein (BSCW), dass, man darf das sagen, den optischen Schritt in die Web 2.0 Welt noch nicht geschafft hat, aber bereits alle Ansätze der heutigen Enterprise 2.0 Lösungen bereitstellt und bereits vor über 10 Jahren entwickelt wurde.

Unterhaltsam berichtete Professor Prinz von den ersten Untersuchungen zum Thema Collaboration in Ministerien (“wir kollaborieren nicht”), bei denen das Ziel die Abschaffung der Laufmappe war. Dass die Mitarbeiter bereits sehr wohl zusammen arbeiteten war den Menschen einfach nicht bewusst. Bei der Elektronifizierung der Laufmappe wurde dann letztlich nur das Medium ausgetauscht, nicht aber der Mechanismus (Laufzettel). Auf diese Weise konnte der agile Prozess weiterhin beibehalten werden.
Welche Neuerungen die sozialen Medien bringen und wie mit diesen gearbeitet wird, präsentierte er an unterschiedlichen Tools wie Microblogging, Wiki, Social Bookmarking und Social Software, in denen nicht mehr “Wissen ist Macht” zählt und der einzelne sein Wissen hortet, sondern die Tools ein “Jahrmarkt der Eitelkeiten” sind, in denen sich Mitarbeiter profilieren und beteiligen wollen.
Dass diese Systeme auch Änderungen in der Arbeitsweise mit sich bringen, mit denen sich die Unternehmen auseinandersetzen mussten, bestätigte unsere Referate an der Intranet Fachtagung. Transparenz, Selbstorganisation und Präsenz sind eben Merkmale, die nicht jede Organisation zum Erfolg führt.

In den weiteren, SharePoint-bezogenen Vorträgen, stellten Dienstleister ihre Lösungen und Produkte vor, die sich mit den Themen Metadaten und Suche, Incidentmanagement und Workflows beschäftigten. Alles in allem waren es spannende Beiträge, auf die ich nicht alle im Detail eingehen möchte.

Einsatzstrategien mit SharePoint
Ein wenig hervorheben möchte ich den Vortrag von Patrick Püntener über SharePoint Strategien, der aufgezeigt hat, warum es Sinn macht, langfristig auf SharePoint zu setzen und wie man die Herausforderungen meistert, die SharePoint einem in den Weg stellt. Dabei verwendete er das Bild des App Store, der es schafft, durch Standardisierung und ein striktes Auswahlsystem, Applikationen zugänglich zu machen. Diese Analogie kann auch für die Entwicklung eines SharePoint verwendet werden, der lediglich die Basis bietet für einzelne Applikationen, die jedoch durch die Verwendung von Standards miteinder interagieren können sollen.

SharePoint at day, SharePint at night”
Den unterhaltsamen Höhepunkt des Tages setzten dann die Schauspieler des Improvisationsteaters L.U.S.T. aus Freiburg, die sich so pointiert und witzig mit der Thematik auseinandersetzten, dass kein Auge trocken blieb.

Der morgige Tag steht für mich ganz im Zeichen des Solution Tracks, dessen Vorträge ich moderierend begleiten werde. Inhaltlich geht es um das Thema Workflows (mit dem SharePoint Designer), Workflows (mit K2), Workflows ( mit Nintex) und damit es nicht zu eintönig wird, um Excel Services und Literaturverwaltung mit SharePoint. Ich freu mich drauf!