Microsoft hat auch dieses Jahr wieder zur SharePoint Conference eingeladen. Dieses Mal ins schöne Los Angeles bzw. ins Anaheim Convention Centre nahe Disneyland. Und ich durfte dabei sein als einer von 7500 Teilnehmern, denen 240 Sessions an 4 Tagen geboten wurden.
Los ging es am Montag mit der Keynote, auf der beeindruckende Zahlen aus der Vertriebs- und Marketingabteilung präsentiert wurden: 65000 Unternehmen haben SharePoint lizenziert, 700 000 Entwickler arbeiten weltweit mit SharePoint und es soll 1162 Bücher zum Thema geben. Wow, dachte man und wartete auf Informationen zur nächsten Version, die dann leider nicht geliefert wurden.
Stattdessen wurde eine Serverfarm mit 80 Cores und 5 Webfrontend-Servern präsentiert, auf der 7500 gleichzeitige Benutzer simuliert wurden und deren Suche aus 100 Mio. Items in 0.3 Sekunden ein Ergebnis zurücklieferte. Uff! Die Zuhörer waren beeindruckt. Und als die Farm einen kompletten Failover des SQL-Clusters in in 40 Sekunden auffing, gingen die meisten wohl in sich und fragten sich, wie ob ein solcher Vorfall in ihrer Umgebung auch so geräuschlos aufgefangen worden wäre.
In den folgenden Tagen hörte ich mir Sessions zu Themen wie “We’re Going two-way Baby!” How Vancity Took its Intranet From Static to Social”, “Best Practices from the Field: Managing Corporate Metadata and Taxonomies with SharePoint 2010″, “InfoPath 2010 – Best Practices for Design and Performance”, “The Inside Scoop: How Microsoft IT Enables Information Discovery with Managed Metadata” und “More Than My: How Microsoft is Driving Social Adoption and Intranet Transformation”.
Insgesamt waren die Vorträge sehr gut. Selbstverständlich konnte man auch weniger gute erwischen, aber durch die Fülle des Angebots sass man schnell im nächsten Saal und konnte dem nächsten Redner lauschen. Im Vergleich zu anderen Konferenzen waren auch die Vorträge sehr rar, in denen es darum ging, Produkte aus dem “Ökosystem” von SharePoint zu vermakten. Stattdessen waren die “SharePoint Grössen” z. B. von SharePoint911 mit Vorträgen vor Ort, die man daran erkannte (sofern man sie nicht kannte), dass sie für lange Schlangen sorgten, wenn sie in den Pausen ihr Buch signierten (ob es an den kostenlosen Büchern oder der Berühmtheit der Autoren lag, kann nicht sicher gesagt werden).
Für mich persönlich waren u.a. die Vorträge über die Praktiken von Microsoft intern sehr wertvoll, in denen sie zeigten, wie z.B. die MySite, die persönliche Seite eines jeden Mitarbeiters zum zentralen Werkzeug wird, indem alle wichtigen Informationen dort für den Mitarbeiter aggregiert werden. Das gesamte Konzept basiert auf dem konsequenten Einsatz von Metadaten und Taxonomien, die teils automatisiert vergeben werden, damit z.B. Änderungen an Dokumenten direkt als Nachricht im News-Feed eines Profils auftauchen. Zusätzlich setzt Microsoft auf internes Microblogging, da sich der Einsatz von Twitter durch die Mitarbeiter teilweise als fahrlässig herausgestellt hat, wenn Interna von Firmen-Events öffentlich sichtbar wurden.
Microsoft setzt intern neben dem globalen Intranet unter anderem auf eine Wissensplattform namens Infopedia, in der sie Themenseiten aufschalten, die grösstenteils suchbasiert Informationen aggregieren.
Zum Thema “Search-driven applications” hörte ich einen sehr interessanten Vortrag von Scot Hillier, der unterhaltsam und kurzweilig darüber referierte, wie einfach Navigations- und Inhaltselemente erstellt werden können, die auf der SharePoint Suche basieren. Solche suchbasierten Elemente können z.B. eingesetzt werden, wenn ein Seiten-übergreifendes Navigationselement zum Navigieren zwischen einzelnen Abteilungsintranets benötigt wird, oder dem Benutzer alle ihm zugeordneten Aufgaben aus den einzelnen Projektseiten dargestellt werden sollen und die Informationen in unterschiedlichen Site Collections verteilt sind. Vor allem die Einfachheit der Lösungen und ihr Ansatz überzeugten.
Weiterhin möchte ich die Session von Dan Holme über Change Management hervorheben, der pointiert darüber referierte, wie SharePoint am Besten in ein Unternehmen eingeführt werden sollte. Wer einmal die Möglichkeit bekommt, Dan zu hören, sollte diese Möglichkeit nutzen.
Fazit: die SharePoint Conference 2011 war grösstenteils sehr spannend und Microsoft hat sich alle Mühe gegeben, die Teilnehmer zu unterhalten und für ihr Vergnügen zu sorgen. Der nahegelegene Disneypark und die Abendveranstaltungen haben hier ihren Beitrag geleistet. Vielen Dank Namics, dass ich die Möglichkeit hatte, an der Veranstaltung teilzunehmen!








