Der folgende Artikel dient als Überblick zum Thema Web Content Managements (WCM) unter MOSS 2007. Weitere Artikel in dieser Serie rund um WCM werden in den kommenden Wochen die Möglichkeiten von WCM detaillierter aufzeigen und vervollständigen.
WCM ist Teil einer grösseren Enterprise Content Management (ECM) Strategie, die durch den Microsoft Office SharePoint Sever (MOSS) 2007 umgesetzt wird und auf der Grundlage der SharePoint Services (WSS) v3 aufbaut.
Bye MCMS - Hello WCM !
Vorab die etwas weniger gute Nachricht für alle von uns, die noch mit dem MCMS gross geworden sind – das Content Management Produkt in dieser Form gibt es in der neuen Version nicht mehr, dafür erhalten wir aber durch die Integration des CMS in MOSS 2007 auf der anderen Seite viele erfreuliche Neuerungen. Abgesehen von den Vorteilen der Verschmelzung von CMS und SharePoint, wie einheitlicher Auftritt beider Systeme, oder einer zentralen Umgebung für Administration und Entwicklung, profitiert WCM von den OOB-Features, die MOSS 2007 bereits mit sich bringt. Einige der Wichtigsten wären:
- Integrierte Suche
- Verwendung von WebParts, Document Libraries, Listen, RSS-Feeds, oder Business Data Catalog
- Versionierung mit Minor- und Majorabstufung
- Nutzung der Workflow Engine
- Item Security und Restore
- Security Trimming
- Link Fix-up
Aufbau einer WCM-Site
Nach dem Aktivieren des Publishing Features kann eine WCM-Site durch das Anlegen eines Publishing Site Templates aufgebaut werden. Prinzipiell verwendet diese Site, wie jeder andere Site-Typ in SharePoint, eine Masterpage, die mit Hilfe von CSS den „Chrome“ der Seite definiert und verantwortlich für das Rendering der folgenden Elemente ist:
- Top- und Left-Navigation
- Logos
- Search Fields
- Page editing Controls
- Logon Controls
- eventuelle Custom Controls
Auch die PageLayout.aspx wird wiederum verwendet um den Content-Bereich zu definieren. In ihr befindet sich eine Referenz auf die ausgewählte Masterpage. Der eigentliche Content wird jetzt jedoch nicht über WebParts eingepflegt, sondern über sogenannte Field Controls, die Inhaltselemente aus einer dafür vorgesehenen Document Library darstellen, die Bestandteil jeder einzelnen WCM-Site darstellt.
Field Controls und Content Types
Die jeweiligen Field Controls erhalten ihre Daten somit über entsprechend definierte Felder in der Document Library welche vorab über einen Content Type angelegt wurden. Der Content Type legt daher fest, welche Elemente grundsätzlich für ein Page Layout zur Verfügung stehen, wie ein Art Baukasten aus dem Bauklötze, hier Field Controls, zum jeweiligen Bau hinzugefügt werden. Es besteht die Möglichkeit Content Types auf verschiedenen Site-Levels anzugelegen und den enstprechenden Sites und Subsites zuzuweisen.
Werden die drei Field Controls (im Bild rot umrandet) in die Page Layout Seite integriert, würde dies in diesem Fall zu folgendem Ergebnis führen.
Ein Field Control besteht aus drei möglichen Zuständen, View Mode zur reinen Darstellung des Inhalts, Edit Mode zum Bearbeiten des Inhalts und Design Time zum Konfigurieren des Field Controls.
Neben den Field Controls und den Verwendung von manuell eingepflegtem Inhalt können natürlich aber auch WebParts integriert werden, um dynamische Daten darzustellen. Den Unterschied und den Einsatzbereich zwischen WebParts und Field Controls soll die untenstehende Tabelle verdeutlichen.
Nach der Inbetriebnahme von WCM stehen drei Standard Field Controls für HTML, Text und Links zur Verfügung. Sollen andere, wie zum Beispiel für die Präsentation von Flash, oder Filmen zum Einsatz kommen, können hierfür mit relativ geringem Aufwand proprietäre Custom Field Controls entwickelt werden.
Vergleich WCM MOSS 2007 und MCMS 2002
Analog zum früheren MCMS 2002 kann folgender Vergleich zum WCM herangezogen werden.
| MCMS 2002 | WCM MOSS 2007 |
|---|---|
| Channel | Site (SPWeb object) |
| Page/Posting | Page |
| Template object | Site content type |
| Template file | Page layout |
| Placeholder definition | Column template |
| Placeholder control | Field control |
| Resource library | Image library |
| Template Gallery | Master Page and Page Layout gallery |
| Web Author | Web Author |
Anpassungs- und Erweiterungsmöglichkeiten
Abgesehen von dem Erstellen von Custom Field Controls können weitere umfangreiche Anpassungs- und Erweiterungsmöglichkeiten im Bereich WCM vorgenommen werden. So hat der Entwickler die Möglichkeit die Page Editing Bar zu erweitern, durch die Verwendung von CSS Dateien innerhalb des HTML Editors die Formatierung der Inhalte zu verändern, oder diesen Rich Text Editor über weitere Buttons zu erweitern um so eigene Funktionen ins System zu integrieren.
Erweiterung der Page Editing Bar:
Formatierung durch definierte CSS-Styles:
Erweiterung des HTML-Editors:
Smart-Client Authoring
Neben dem In-Context Authoring mit welchem das übliche Browser-basierte Editieren von Inhalten gemeint ist bietet WCM noch eine Variante an um Dokumente über das sogenannte Smart-Client Authoring in eine WCM Page zu konvertieren. Hierbei werden out-of-the-box Word.docx, XML und InfoPath Dokumente unterstützt, für alle anderen wäre es notwendig einen Custom Converter zu implementieren.

