Erfahrungen und Wissen zu Microsoft Windows SharePoint Services und SharePoint Server.

Mai 2010 Archive

17 Mai

SharePoint 2010 for Social Media?

Ist SharePoint 2010 das Tool, das in Unternehmen im Bereich Social Media eingesetzt werden sollte? Zu diesem Thema bekam ich heute eine Blogpostempfehlung, die ich gerne teilen möchte.

Rob Koplowitz von Forrester schreibt darin über die Fortschritte, die SharePoint 2010 in diesem Bereich gemacht hat und gibt Unternehmen Entscheidungshilfe, wann SharePoint 2010 das richtige Tool im Bereich Social Media für sie ist.

Sein Fazit kann man wie folgt zusammenfassen: SharePoint 2010 hat sich bei der MySite stark verbessert und bietet unter anderem mit Tagging und Activity Stream endlich Funktionalitäten, die wir von anderen Tools bereits länger kennen. Aber es fehlen zum Beispiel Microblogging-Features, die sich mittlerweise grosser Beliebtheit erfreuen. Die Gründe hierfür sind offensichtlich: aufgrund der langen Produktentwicklungszyklen von MS können die neuesten Features nicht in SharePoint integriert werden. 

Rob’s Empfehlung lautet daher: wer als Unternehmen “on the cutting edge” hinsichtlich Social Media sein möchte, sollte nicht allein auf SharePoint setzen. Hier empfiehlt sich die Integration von Produkten, deren Anbieter sich auf diese Nischen spezialisieren und sich häufig direkt an SharePoint hängen. So gibt es im Bereich Social Networking Anbieter wie Newsgator, Jive oder OpenText, deren Time-to-market kürzer ist ebenjene Funktionalitäten bieten, die SharePoint 2010 nicht oder nur rudimentär integriert.

Seine eigene Klientel teilt Rob Koplowitz in 3 Kategorien: 1. Unternehmen, die SharePoint Lizenzen haben und es einsetzen wie es kommt, da sie keinen grossen Wert auf neueste Technologien legen, 2. Unternehmen, die genau dies wollen und auf reine Social Technology setzen und 3. jene Unternehmen, die SharePoint mit Drittmitteln anreichern.

Ich würde diese Schlussfolgerung nicht nur auf Social Media anwenden. SharePoint deckt viele Bereiche ab und kann, sofern die (Enterprise) Lizenzen mal im Hause sind, querbeet im Bereich Business Intelligence über Enterprise Search bis hin zum Dokumentenmanagement eingesetzt werden. Mit SharePoint 2010 wurden einige Lücken geschlossen, Unternehmen werden jedoch weiterhin den Einsatz von Drittanbieter Produkten evaluieren müssen, um “on the cutting edge” in einem Bereich zu sein. Und hier ist vor allem eine klare Analyse und gutes Erwartungsmanagement Voraussetzung für einen erfolgreichen Einsatz.   

09 Mai

Stolperfalle: WebParts auf Wiki-Seiten von SharePoint 2010

Team Sites von SharePoint 2010 haben eine neue Startseite erhalten: diese ist Wiki basiert und ermöglicht so ein einfaches und individuelles anpassen. Diese Startseite wurde als Feature einer Team Site integriert und lässt sich demzufolge einfach über den Feature-Mechanismus deaktivieren (womit dann der Funktionsumfang einer Team Site identisch einer Team Site der Vorgängerversion übereinstimmt).

Auf den Wiki-Seiten lassen sich neu auch direkt WebParts integrieren. Das lässt einem sehr schnell sehr viel Spielraum und es nicht mehr notwendig sich für alle möglichen Varianten Seitentypen auszudenken, die über die notwendigen WebPart-Zonen verfügen. In den Vorgängerversionen von SharePoint konnten WebParts nur in diesen vorgesehenen Zonen platziert werden. Als Endanwender gewinnt man also mehr Flexiblität und im normalen Kollaborationsgebrauch sind wohl weniger individuelle Entwicklungsarbeiten notwendig, da eben die Einschränkung der Zonen in den Wiki-Seiten entfällt.

Vorsicht vor unsichtbaren WebParts
Im Gebrauch dieser neuen Möglichkeiten ist mir nun aber ein Stolperstein aufgefallen, über den über kurz oder lang sicherlich jeder Anwender einmal fallen wird: unsichtbare WebParts. Es gibt einzelnen WebParts, die keine visuelle Darstellung im normalen Modus haben oder wenn sie nicht konfiguriert sind, keine Informationen anzeigen.

Ein Beispiel hierzu: Filter-WebParts. Es gibt in SharePoint verschiedene Filter-WebParts um bestimmte Inhalte auf einer Seite bequem Filter zu können. Diese Filter-WebParts sind sehr mächtig und ermöglichen eine schnelle und einfache Konfiguration solcher Filterungsmöglichkeiten. Standardmässig sind die Filter-WebParts beim Hinzufügen nicht konfiguriert und gleichzeitig so definiert, dass sie im normalen Modus nichts anzeigen. Nur im Edit-Modus sind sie als WebParts zu erkennen und können somit über die WebPart-Eigenschaften konfiguriert werden.

Das Problem beginnt jetzt aber erst: wenn ich eine Wiki-Seite bearbeite, dann bearbeite ich das Element aus einer Seitenbibliothek und nicht die effektive "Team Seite". Die Filter-WebParts erkennen diesen Edit-Modus nicht und zeigen aus diesem Grund beim Bearbeiten der Wiki-Seite genau dasselbe an, wie wenn ich nichts bearbeite: nämlich nichts. Ich sehe das WebPart, das ich gerade auf die Seite eingefügt habe nicht. Es ist aber existent. Ein Ausschalten des Features "Wiki-Startseite" beweist dies: wenn ich die Seite dann editiere, sehe ich das WebPart und kann es auch konfigurieren.... Da haben wohl einige Microsoft-Entwickler nicht zu Ende gedacht - fragt sich, wie so etwas eine Beta-Phase überstehen konnte.
FilterUnsichtbar.JPG.jpg

Ein Trick hilft: nach dem Einfügen des Filter-WebParts edititieren Sie zuerst ein anderes WebPart auf derselben Seite (z.B. das Listen-WebPart, das Sie filtern wollen). Das setzt die gesamte Site in den höher gelagerten Edit-Modus und plötzlich erscheint das Filter-WebPart wie aus dem Nichts. Nun können Sie auch dieses WebPart über den normalen Weg konfigurieren. Wenn Sie das WebPart einmal konfiguriert haben, dann ist dieses ab sofort auch im einfachen Edit-Modus der Wiki-Seite direkt ansprechbar. Ein etwas kurioser Weg, aber er hilft :-)

Hier die Wiki-Seite im Edit-Modus (WebPart Documents wird bearbeitet):
FilterSichtbar.JPG.jpg

Und hier dann die Wiki-Seite im normalen Modus, nachdem dann endlich das Filter-WebPart konfiguriert werden konnte:
FilterSichtbar2.JPG.jpg

07 Mai

Office Web Apps - Revolution ?

Am 12.5.2010 wird offiziell Office 2010 (14) gelauncht. Dies nehme ich doch gleich zum Anlass, eine der neuen Funktionen oder Applikation, Die Office Web Apps mal unter die Lupe zu nehmen.

Was sind den die Office Web Apps ?
Einfach gesagt: Das Office im Web Browser.
Klingt gut. Ist es das auch ? Brauche ich noch den Office "Fat" Client ? Träume ich als IT-Verantwortlicher jetzt davon, keine Office Paketierung und Verteilung mehr machen zu müssen ? Kostet das überhaupt was ?

Fragen, die ich versuche zu beantworten. Aber erst einmal der Reihe nach.
Wie komme ich den zu den Office Web Apps ? Das hängt ein wenig davon ab, in welchem Umfeld ich mich bewege.
Als Privat- Person werde ich die Office Web Apps auf Windows Live (SkyDrive) und auf Facebook (Facebook Docs) finden.
Als Mitarbeiter werde ich die Office Web Apps dann finden, wenn mein Unternehmen SharePoint 2010 einsetzt und die Web Apps darauf auch zur Verfügung stellt.

Im Falle einer SharePoint Implementation sieht die Architektur ungefähr so aus:

Neues Bild.jpg

Als Privat-Anwender kann ich mit Microsoft Office Web Apps in Windows Live kostenlos Dokumente erstellen, bearbeiten, speichern und freigeben. Sie können direkt im Browser über die Office-Benutzeroberfläche auf Dokumente zugreifen. Das bedeutet, dass Sie Dokumente virtuell an einer beliebigen Stelle auf Ihrem Computer oder Smartphone speichern und für andere online freigeben und gemeinsam bearbeiten können.
So sieht Powerpoint im "Slide" Modus aus auf Facebook Docs:
Make your own jabba.jpg

Mit Office Web Apps erweitern Sie Ihren Browser (Internet Explorer, Safari, Firefox) um die Funktionen von Microsoft Word, Excel, PowerPoint und OneNote. Wenn Sie Office Web Apps verwenden, können Sie in der vertrauten Umgebung von Microsoft Office arbeiten und neue Dokumente bearbeiten und erstellen.
Office Web Apps gibt es für Word, Excel, PowerPoint und OneNote

Das Look and Feel von Office Web Apps erinnert in der Tat stark an Office 2010, nur dass eben weniger Menü-Reiter am oberen Bildschirmrand von Office Web Apps zur Auswahl stehen und die gesamte Office-Anwendung im Browser läuft. Mehrere User können zeitgleich ein Dokument in Office Web Apps bearbeiten, rechts unten zeigt die Statuszeile die Zahl und - bei Mouse-over - die Namen der bearbeitenden Personen an. Änderungen an einem Dokument werden in Echtzeit wiedergegeben. Die Dokumente lassen offline auf dem PC oder auf dem Server von Microsoft abspeichern.
Office Web Apps auf Basis von SharePoint 2010 kann auch von Smartphones aus genutzt werden. Als Handy-Browser werden laut Microsoft der Internet Explorer Mobile von Windows Mobile 5 bis 6.5 und Apple Safari 4 (iPhone 3G und iPhone 3GS) unterstützt. Außerdem ist Office Web Apps kompatibel zum Blackberry OS ab Version 4 und zu Symbian-Smartphones mit S60-Oberfläche sowie zu Opera Mobile ab Version 8.65.
Word Web App:
Word Web App.png


Mit Office Web Apps erhalten wir die Freiheit, überall zu arbeiten - egal, wo wir uns aufhalten. Bedingung ist, dass ich eine Internetverbindung habe, danach kann ich einfach auf Dokumente zugreifen, diese bearbeiten und freigeben und online auf Windows Live/SharePoint speichern, sodass Sie jederzeit mit Ihrem PC oder Smartphone darauf zugreifen können. Mit Office 2010 können Sie Ihre Dokumente direkt im Internet speichern und ebenso einfach öffnen.

Mit den Web Apps wird es erleichtert ein Dokument für andere freizugeben und es mit anderen zu bearbeiten, die einen Browser verwenden (Internet Explorer, Safari, Firefox). Das ist auch in Echtzeit mit Excel möglich. Die Versionskontrolle ist ganz einfach. Deshalb können Sie Ihr Dokument ohne Bedenken freigeben und bei Bedarf zu einer früheren Version zurückkehren.

Benötige ich jetzt die Client Version noch ?
Jein. Die Office Web Apps sind online "Geschwister" zu den sehr stark verbreiteten Desktop Applikationen. Die Office Desktop Applikation werden für die Office Web Apps nicht benötigt. Manches Anwendungs Szenario wird wohl beide Varianten beinhalten. Die Office Web Apps für schnelles, einfaches editieren und "sharen", die Desktop Applikation für die volle Funktionalität und "komplexeres" Editieren

Brauche ich nun noch die Software Verteilung ?
Diese Frage lässt sich leider, wie die vorangegangene nicht einfach so beantworten. Ich denke, dass die Paketierung immernoch notwendig ist, jedoch wird es nicht mehr notwendig sein, jeden Arbeitsplatz mit der Vollversion zu bestücken. Ich gehen davon aus, dass in den meisten Anwendungszenarien und den darin benötigten Funktionen die Web Apps vollkommen ausreichen.

Und was kostet mich das ?
Für Privat Anwender sind die Office Web Apps gratis auf Windows Live verfügbar. Hier ist eine Windows Live ID erforderlich. Für die Benutzung von Docs auf Facebook ist ein Facebook Account notwendig
Für Business Kunden ist eine Volume License von Office 2010 notwendig. Darin enthalten sind die Lizenzen für die Office Web Apps.


Fazit:Die Office Web Apps sind eine wirklich tolle Sache. Der Funktionsumfang wird für die meisten Benutzer ausreichend sein. Von Revolution zu sprechen währe jedoch sicher übertrieben, jedoch eine Evolution von SharePoint / Office in die richtige Richtung ist es allemal.

07 Mai

Namics ist Sitecore-Partner

Mit dem Content Management System (CMS) des dänischen Software Herstellers Sitecore erweitert Namics sein Dienstleistungsangebot mit einem der führenden Content Management Systeme im .NET Bereich. Neben SharePoint, ContentXXL und Kentico setzt Namics somit ein weiteres CMS auf Basis der Microsoft Technologie ein.

Sitecore.jpg

Sitecore im Überblick:


  • Strikte Trennung von Content und Präsentation

  • Unterstützt verschiedene End-Geräte (Browser, Mobil Telefon, PDA, RSS, Web-to-Print)

  • SharePoint Integration für Dokumenten Handling (PDF, Word, Excel, Images, Videos)

  • W3C Standards und Accessibility Standards Out of the Box

  • Starkes Konzept Mehrsprachigkeit und Versionierung

  • Suchmaschinen freundliche und lokalisierbare URL's

  • Intuitives, anpassungsfähiges Benutzerinterface für Redakteure und Administratoren

  • Durchgängig mit Microsoft-Technologie entwickelt

  • Opensource Community für zahlreiche Module

  • Online Marketing Suite

Referenzen
BASELWORLD
LEGO
Carlsberg
Starbucks Coffee
Thomas Cook

Ein weiteres Sitecore Projekt von Namics wurde mit dem St. Gallen Symposium diese Woche live gestellt.

Gerne stehen Michael Pertek und Troy Lüchinger seitens Namics bei Fragen zu Sitecore zur Verfügung.

04 Mai

Soziale Netzwerke in Unternehmen

Mit facebook, Xing und studiVZ haben soziale Netzwerke in den letzten Jahren unser Leben erobert. Unter dem von Andrew McAfee geprägten Begriff Enterprise 2.0 ist Social Media auch in den Unternehmen angekommen, wie eine Studie von McKinsey von 2008 zeigt (wie es in 6 Punkten geht, beschreiben McKinsey hier). 

Auch SharePoint 2007 und vor allem SharePoint 2010 bieten mit der MySite Möglichkeiten der Integration von Social Software bzw. der elektronischen Pflege sozialer Netzwerke (natürlich gibt es auch weitere E 2.0 Funktionalitäten, die hier jedoch mal ausgespart bleiben). Die neuen Möglichkeiten der MySite mit SharePoint 2010 werden demnächst in einem Beitrag von Steffen Engeser behandelt.

Einsatz im Unternehmen
Die Gründe für Unternehmen, diese neuen Tools einzusetzen, sind unterschiedlich. Die meisten Unternehmen setzen es ein, um Wissen zu managen,die Zusammenarbeit zu stärken und die Firmenkultur zu verbessern. Letztlich geht es um einen Effizienzgewinn oder Nutzen irgendeiner Art.
Doch worauf basiert dieser Nutzen? Um diese Frage zu beantworten, geht dieser Beitrag ein wenig auf die dahinterstehenden Theorien ein, die sich vor allem auf die Soziale Netzwerktheorie und die Theorie des Sozialkapitals begründen und zeigt, welche Strategie Unternehmen anwenden können, um den Nutzen zu steigern.

Die Theorie
Den Grundstein für die Soziale Netzwerktheorie hat der Soziologe Mark Granovetter mit seinem Artikel „The Strength of Weak Ties" 1973 gelegt. Die These von Granovetter ist, dass Menschen vor allem von losen Kontakten profitieren, da diese ihnen nichtredundante Informationen liefern.

 
Machen wir es etwas anschaulich. Stellen wir uns eine Gruppe von 3 Personen vor, die miteinander befreundet sind und sich in einem Unternehmen mit demselben Thema beschäftigen. Da sich diese drei häufig austauschen, sind die Informationen, die in diesem Netzwerk zirkulieren entsprechend redundant, da wenig neue Informationen in das Netzwerk eindringen und sich unsere drei Freunde häufig das gleiche erzählen.

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Nun will es der Zufall, dass einer der drei noch weitere Kontakte hat, mit denen er bekannt ist und nur selten Kontakt pflegt. Über diese Kontakte hat unser „Netzwerker" die Möglichkeit, neue Informationen zu beziehen, die höheren Neuigkeitswert haben und z.B. hilfreich sein können bei der Lösung eines Problems. Konkret hat Mark Granovetter diese Stärke schwacher Beziehungen in einer Studie von Arbeitssuchenden erforscht, in der er festgestellt hat, dass es die losen Kontakte sind, über die Akteure Jobs oder Informationen zu Jobs bekommen. Seine These wurde auch in anderen Untersuchungen angewendet, in denen z. B. nachgewiesen werden konnte, wie frühere Kontakte oder Arbeitspartner zum Erfolg von Projekten beitragen konnten. Der Vorteil dieser schwachen Kontakte sind die geringen „Pflegekosten" und ihr Anschluss an andere Netzwerke. Ihr Nachteil ist ihre Eigenschaft, komplexe Informationen tendenziell schlechter transportieren zu können.

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Was hat das Ganze mit Wissensmanagement im Unternehmen zu tun? Nun, diese Theorien wurden in die Organisationswissenschaften und vor allem im Wissensmanagement eingesetzt und mittels der Methoden der sozialen Netzwerkanalyse untersucht.

Grundsätzlich werden im Wissensmanagement zwei Strategien unterschieden, die miteinander kombiniert und je nach Form der Organisation eingesetzt werden können: die Kodifizierungs- und die Personalisierungsstrategie. 

Mysite2010

Kodifizierung vs. Personalisierung
Kodifizierungsstrategien setzen auf die Externalisierung von Wissen und stellen hierfür z.B. Dokumentenmanagement-Systeme zur Speicherung von Informationen in den Mittelpunkt. Diese unterstützen die Kodifizierung des Wissens und damit die Strategie von Unternehmen, Standardmethoden bei Kunden anzuwenden. Mit dieser Strategie ist ein höherer Aufwand der Kodifizierung und Pflege des organisationalen Wissens verbunden, stellt aber die ständige Verfügbarkeit der Informationen sicher (und entlastet Wissensträger von häufigen Anfragen).
Die Personalisierungsstrategie betont die Unterscheidung von explizitem und implizitem Wissen, dem Erfahrungswissen. Das Ziel des Einsatzes von Informationstechnologien liegt hier nicht wie bei der Kodifizierungsstrategie auf der Speicherung von Wissen, sondern auf der Unterstützung der Kommunikation und der Vernetzung von Mitarbeitern. Dies ist z.B. wichtig für Unternehmen, deren Wissen eine geringe Halbwertszeit hat und deren Probleme komplex und wenig standardisiert sind. Die Personalisierungsstrategie nutzt die angesprochenen Grundsätze sozialer Netzwerke und kann durch den Einsatz von Social Software unterstützt werden.

Anforderungen an Social Software zur Stärkung der Personalisierungsstrategie
An ein Tool, das die Personalisierungsstrategie stärkt, können Anforderungen aus den folgenden Bereichen gestellt werden:

1) Profilerstellung

2) Profilvernetzung

3) Such- und Vorschlagsmechanismen

4) Visualisierung der Netzwerke

Profile sollte Daten unterschiedlicher Herkunft aggregieren und vor allem nicht nur durch den Mitarbeiter gepflegt werden sollen. Stattdessen sollten die Daten für die Erstellung eines Profils aus drei Quellen aggregiert werden können: 1) dem Mitarbeiter, 2) seinem Nutzerverhalten (welche Tags werden verwendet, welche Dokumente erstellt, welche Posts geschrieben und kommentiert) und 3) seinen Kollegen.
Die zweite Anforderung an ein solches Konzept bezieht sich auf die Möglichkeit, Profile von Kollegen mit dem eigenen zu verbinden. Diese Funktion ist eine Standardfunktion heutiger Social Software und entsprechender Plattformen im Internet.
Die dritte Anforderung ist die Suche nach Experten auf Grundlage des Profils oder des Namens. Die Suchergebnisse sollten auf zweierlei Art dargestellt werden. Die erste ist die Darstellung nach Relevanz der gesuchten Expertise. Auf diese Weise erschiene das Profil mit der größten Kompetenz des gesuchten Bereichs an erster Stelle. Die zweite Möglichkeit ist die Darstellung der Expertise nach dem Kriterium der sozialen Distanz, d.h. dass nahestehende Kontakte in den Suchergebnissen bevorzugt angezeigt werden. Ein solcher Mechanismus würde die Bereitschaft der Personen erhöhen, Kollegen weiterzuhelfen, da eine stärkere Verbindung zwischen Sucher und Informationsträger vorliegt (allerdings wird evtl. nicht die Person mit der grössten Kompetenz vorgeschlagen).
Die Anforderung eines Vorschlagsmechanismus schließt sich inhaltlich an die vorhergehende an. Während das Finden der Experten auf der aktiven Suche einer Person basiert, könnten mögliche Interaktionspartner auch vorgeschlagen werden. Anwendungen in Online-Netzwerken zeigen bereits solche Funktionalitäten, die jedoch auf der sozialen Distanz (und basiert Annahme transitiver Beziehungen, nach der der Freund eines Freundes ein Freund ist) und nicht auf der Ähnlichkeit der Expertise basieren.

XING - Netzwerk
Die vierte Anforderung an ein solches System bezöge sich auf die Visualisierung der Verbindungen zwischen Mitarbeitern. Die graphische Darstellung der sozialen Beziehungen und des Expertennetzes kann von Mitarbeitern und dem Management genutzt werden, um schnell und effektiv einen Überblick über die eigene Stellung im Netzwerk zu erlangen und Wissenscluster zu identifizieren. So ist es denkbar, dass Experten eines Bereichs bisher noch relativ isoliert von Gruppen ähnlicher Interessen arbeiten, wodurch Potential zur Kooperation und zum Wissensaustausch verloren geht.

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Diese Anforderungen könnten nun an die MySite von SharePoint angelegt werden und als Raster zur Beurteilung dienen. Der Nutzen im Unternehmen entsteht dann durch eine höhere Transparenz von Wissensträgern, einem schnelleren Zugriff auf diese Personen bzw. einem höheren Vernetzungsgrad und der Möglichkeit zur bewussten Steuerung von Kompetenzen. 

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