Wie nicht anders zu erwarten war, werden für spezielle Lösungsansätze und Requirements auch in SharePoint 2010 kundenspezifische Implementierungen nötig sein. Seien es neue Webparts, eigene Multilinguale Frameworks oder die bekannten Workflows. Wichtig ist es aber vorher herauszufinden, welche Prozesse können vom alten SharePoint 2007 übernommen werden, welche müssen erneuert werden und vor allem welche müssen von grund auf neu überdacht werden.
Visual Studio 2010 und .NET 3.5 Framework
Microsoft unterstützt aber auch in Zukunft diese kundenspezifischen Implementierungen. Wie? – die Entwicklerwerkzeuge haben sich mit dem neuen Visual Studio 2010 ebenfalls erweitert. Ursprünglich gab es für Visual Studio 2005 (und später auch Visual Studio 2008) ein kostenloses Zusatzpaket von Microsoft,welches es ermöglichte, verschiedene Module zu programmieren und direkt auf dem SharePoint Server zu deployen. Dieses Feature hatte jedoch eine sehr hohe Fehleranfälligkeit und aus Entwicklersicht einen nicht ausreichenden Reifegrad und war somit nur bedingt einsetzbar für grössere Projekte.
Gerade diese wichtige Funktionalität wurde nun in Visual Studio 2010 fest integriert, zusätzlich wurde die Basisfunktionalität überarbeitet und erweitert.
Bedeutende Änderungen sind:
- Verschiedene Deploymentprofile (Development, Staging, Live)
- Import bestehender WSP Dateien als Solution
Eine Auflistung der Features kann hier nochmals eigenständig nachgelesen und recherchiert werden:
http://msdn.microsoft.com/en-us/library/ee330921(VS.100).aspx
Erst in zukünftigen Projekten wird es sich herausstellen, ob dieses Toolset unsere bestehende Solution tatsächlich ablösen wird und ob die Kinderkrankheiten geheilt sind. Wir sind gespannt.
Grundlegend muss erwähnt werden, dass das .NET Framework von 3.0 auf 3.5 hochgesetzt wurde. Die neue Version ermöglicht dem Entwickler das Benützen wichtiger und vorallem effektiven neuen Features wie Linq, Lambda und den integrierten AJAX Support.
Eine ausführliche Auflistung der Features die mit .NET 3.5 gekommen sind, kann hier nachgelesen werden:
http://msdn.microsoft.com/en-us/library/bb332048.aspx
Das Erlernen dieser neuen Funktionalitäten ist, aus meiner Sicht, Pflicht für jeden .NET Entwickler und muss als Voraussetzung für ein sauberes und nach best practises orientiertes Programmieren gesehen werden.
SharePoint Foundation 2010 Library (SPF 2010) und SharePoint Server 2010 Library (SPS 2010)
Die Aktualisierung der WSS Bibliothek von 3.0 auf 4.0 (neu SharePoint Foundation 2010), bringt ebenfalls viele Änderungen mit sich. Es lohnt sich diese ebenfalls selbst zu recherchieren und die zentralen Anpassungen in der MSDN:
http://msdn.microsoft.com/en-us/library/ee539826(office.14).aspx
Gleiches gilt auch für die Neuauflage der MOSS 2007 Bibliothek, welches nun SharePoint Server 2010 genannt wird. Hier der MSDN Link zu den Neuerungen:
http://msdn.microsoft.com/en-us/library/ee557323(office.14).aspx
Es ist zwingend notwendig in den laufenden und kommenden SharePoint 2010 Projekten zuerst zu überprüfen ob alten, individualisierten Lösungen mit Hilfe des neuen Frameworks nicht einfacher und somit auch kostengünstiger (Betrieb, Erweiterung, Konnektivität) gelöst werden können.
Ein Beispiel hierfür ist die interessante Neuerung, die LINQ Unterstützung. Das Laden von Listendaten, war früher vorallem mit SPQuery und CAML möglich. Neu kann auch der SharePoint Provider mit Linq benützt werden.
Damit man sich das vorstellen kann, hier ein Code Beispiel aus der MSDN der auf eine Liste zugreift welches nur Customers bringt die aus London kommen:
// Get DataContext from page context
DataContext data = new DataContext(SPContext.GetContext(this.Context).Web.Url);
// Get the SharePoint list
EntityList
// Query for customers from London
var londonCustomers = from customer in Customers
where customer.City == “London”
select customer;
foreach (var londonCust in londonCustomers)
{
Console.Writeline(“id = {0}, City = {1}”, londonCust.CustomerId, londonCust.City);
}








